Leon Der kleine Löwe mit der großen Mähne

Es gibt Löwen, die brüllen. Es gibt Löwen, die jagen. Und dann gibt es Leon.
Leon brüllt nicht. Leon jagt nicht. Leon schaut sich um, zwinkert mit seinem schwarzen Knopfauge, schüttelt seine braune Mähne - und dann macht er Unsinn.

Jeden Morgen wacht er auf, schaut in die Runde und entscheidet: Heute mache ich etwas. Was genau - das weiss niemand. Nicht einmal Leon selbst.

Eines Tages beschloss er, auf den Küchentisch zu klettern. Er kam oben an, schaute stolz um sich wie ein König auf seinem Thron - und sprang dann direkt in Wollkorb.
Er rollte sich dreimal.
Er kam heraus mit einem gelben Faden um die Mähne und einem orangen an der Pfote.
Er betrachtete sich selbst.
Ich sehe großartig aus, dachte er.

Ein anderes Mal versuchte er sich unter dem Kissen zu verstecken. Aber seine braune Mähne war so buschig, dass das Kissen in einem verdächtigen Winkel hoch-stand - und seine goldgelben Pfoten schauten auf beiden Seiten heraus.
"Ich sehe dich, Leon", sagte Patricia ohne hinzuschauen.
Leon verstand nie, wie sie das machte.
Abends aber, wenn die Kerzen brannten und es nach warmer Wolle roch, rollte sich Leon ruhig in seine Ecke. Seine braune Mähne bauschte sich. Seine Augen schlossen sich halb.
Und in dieser Stille war niemand mehr König oder Schlingel.
Es war nur Leon - klein, rund, goldgelb - und genau richtig, so wie er war.
Ist euer Kuscheltier eher der König oder eher der Schlingel?